Pimax Dream Air SE im Test – leichtes Budget-Micro-OLED-PCVR mit Ecken und Kanten

Mit der Dream Air SE schlägt Pimax einen deutlich anderen Weg ein als noch mit der Crystal-Serie. Statt eines großen und schweren Gehäuses bekommen wir ein ausgesprochen kleines PCVR-Headset mit Micro-OLED-Displays, Pancake-Linsen und einem Gewicht von nur rund 270 Gramm in meiner tatsächlich getragenen Konfiguration. Dazu kommen Eye Tracking, motorisierte IPD-Verstellung und wahlweise Inside-Out- oder Lighthouse-Tracking. Auf dem Papier ergibt das ein ausgesprochen interessantes Gesamtpaket.

Mein Test hat allerdings auch gezeigt, dass die Dream Air SE kein Headset ist, das in jeder Hinsicht fertig und unkompliziert wirkt. Gerade beim Komfort, beim Motion Blur und teilweise bei der Software gibt es noch Punkte, an denen Pimax nachbessern sollte.

Für diesen Test habe ich die Dream Air SE über einen längeren Zeitraum in der SLAM-Version mit Inside-Out-Tracking verwendet. Währenddessen habe ich meine Ergebnisse fortlaufend auf Reddit veröffentlicht und Rückmeldungen aus der Community in weitere Tests einbezogen. Das Headset wurde mir von Pimax leihweise zur Verfügung gestellt. Einfluss auf meine Bewertung hatte Pimax nicht.


Dream Air SE: Ausstattung und Unterschiede zur Dream Air

Pimax bietet die Dream-Air-Serie in zwei Varianten an. Die Dream Air SE ist das günstigere Modell und verwendet das gleiche kompakte Gehäuse wie die höher positionierte Dream Air. Viele Ausstattungsmerkmale sind ebenfalls identisch. Der wesentliche Unterschied liegt bei Displays und Linsen.

Die Dream Air SE verwendet Micro-OLED-Panels mit einer Auflösung von 2560 × 2560 Pixeln pro Auge in Kombination mit Pancake-Linsen. Die Dream Air bietet dagegen 3840 × 3552 Pixel pro Auge, höher auflösende Sony-Displays und andere, von Pimax entwickelte Linsen. Die geringere Auflösung der SE bedeutet weniger Bildschärfe, kann dafür aber auch die Anforderungen an die Grafikkarte reduzieren. Wie groß dieser Vorteil in einem bestimmten Spiel tatsächlich ausfällt, hängt allerdings nicht allein von der Panelauflösung ab.

Zur Ausstattung gehören außerdem Tobii Eye Tracking, motorisierte IPD-Verstellung, ein integriertes Audiosystem sowie die Wahl zwischen Inside-Out-Tracking und Lighthouse-Tracking. Ich habe für diesen Test die SLAM-Version mit Inside-Out-Tracking und den dazugehörigen Controllern verwendet.

Verarbeitung, Kabel, Wärme und Audio

Die Verarbeitung der Dream Air SE ist insgesamt ordentlich. Das extrem kompakte und leichte Gehäuse wirkt allerdings nicht so hochwertig und massiv wie beispielsweise eine Valve Index. Am Headset befinden sich ein USB-C-Anschluss, ein Schalter zum schnellen Abschalten der Displays sowie ein Lautstärkeregler. Die Bedienelemente sind sinnvoll positioniert und funktionieren problemlos.

Weniger überzeugt hat mich das Kabel. Pimax teilt die Leitung am Hinterkopf in zwei Stränge. Dadurch soll verhindert werden, dass das sehr leichte Headset durch einseitigen Kabelzug aus seiner Position gezogen wird. Die Idee ergibt Sinn, in der Praxis ist das Kabel für meinen Geschmack allerdings zu dick und zu steif. Kommt seitlich Spannung auf die Leitung, kann sie deshalb trotzdem spürbar am Headset ziehen. Gerade bei einem derart leichten Headset fällt das auf. Hier würde ich mir ein dünneres und leichteres Fibre-Optic-Kabel wünschen, wie Pimax es beispielsweise bei der ursprünglichen Crystal verwendet hat.

Die beiden Kabelstränge werden über eine kleine Box wieder zusammengeführt, die während des Betriebs spürbar warm wird. Mit meinem Deckenkabelsystem stört mich das nicht, liegt die Box direkt am Körper, kann das anders aussehen. Auch das Headset selbst zeigt eine Besonderheit bei der Wärmeentwicklung: Solange mein PC eingeschaltet ist, wird die Dream Air SE warm – selbst wenn ich sie nicht verwende und Pimax Play geschlossen ist. Erst bei ausgeschaltetem PC bleibt das Headset vollständig kalt. Wer es bei laufendem PC wirklich komplett stromlos haben möchte, muss deshalb die Stromversorgung trennen.

Die beiden integrierten Lüfter sind dagegen erfreulich unauffällig und im normalen Betrieb für mich praktisch nicht wahrnehmbar. Die integrierten Lautsprecher sind qualitativ in Ordnung, aber kein besonderes Highlight. Auch ein Mikrofon ist direkt im Headset integriert und liefert eine für Kommunikation brauchbare Qualität.

Komfort: 270 Gramm sind nicht automatisch bequem

Das geringe Gewicht ist eine der größten Stärken der Dream Air SE. In meiner Messung bringt das komplette Headset inklusive Facial Interface und Headstrap lediglich rund 270 Gramm auf die Waage. Pimax gibt für die reine optische Einheit 140 Gramm an. Im Vergleich zu den großen Headsets der Crystal-Serie ist das ein radikaler Richtungswechsel. Für mich geht Pimax damit grundsätzlich in die richtige Richtung. Ein leichtes Headset belastet Kopf und Nacken weniger und lässt sich auch wesentlich unkomplizierter an einem Deckenkabelsystem verwenden.

Allerdings musste ich während des Tests feststellen, dass ein geringes Gewicht allein noch kein komfortables Headset ergibt. Das ursprüngliche Facial Interface war für mein Gesicht ausgesprochen unbequem und hielt meine Augen gleichzeitig zu weit von den Linsen entfernt. Dadurch entstand nicht nur unangenehmer Druck im Gesicht, sondern ich verlor auch einen erheblichen Teil des eigentlich möglichen Sichtfelds. Auch der aktuelle Headstrap überzeugt mich nicht vollständig. Die richtige Position über Bänder und Klettverschlüsse zu finden, ist unnötig umständlich. Mit etwas Erfahrung funktioniert es besser, elegant ist die Lösung trotzdem nicht.

Eine erhebliche Verbesserung brachte für mich das später von Pimax bereitgestellte ProFit Facial Interface. Es sitzt an meinem Gesicht wesentlich angenehmer und bringt meine Augen deutlich näher an die Linsen. Dadurch verbessert sich nicht nur der Komfort, sondern auch das nutzbare Sichtfeld erheblich. Das Polster des ProFit Interfaces stammt von Studioform Creative. Studioform bietet inzwischen auch eigene Komfortlösungen für die Dream-Air-Serie an, auf die ich in einem separaten Test noch genauer eingehen werde.

Pimax hat darüber hinaus einen neuen Headstrap angekündigt, der unter anderem ein Feststellrad und eine verbesserte Audiolösung in DMAS-Qualität erhalten soll. Gerade beim Strap besteht aus meiner Sicht noch erhebliches Verbesserungspotenzial.

Pimax_Profit_se

FOV und Bildqualität: Die großen Stärken der Dream Air SE

Micro-OLED-Displays in Kombination mit Pancake-Linsen sind nicht unbedingt für riesige Sichtfelder bekannt. Auch die Dream Air SE ist kein FOV-Monster. Entscheidend ist allerdings, wie nah die Augen an die Linsen kommen. Mit dem ursprünglichen Facial Interface erreichte ich in einem ersten Test mit TestHMD gerade einmal ungefähr 82 Grad horizontal. Dieser Wert beschreibt allerdings nicht das eigentliche Potenzial der optischen Einheit. Meine Augen waren schlicht zu weit von den Linsen entfernt.

Mit dem ProFit Interface sieht die Sache völlig anders aus. Über HMDQ habe ich zunächst ausgelesen, welches Sichtfeld das Headset mit dem aktuellen Distortion-Profil technisch bereitstellt. Dabei komme ich auf 104,6 Grad horizontal, 93 Grad vertikal und 80,35 Grad binokularen Overlap. Anschließend habe ich mit WimFOV gemessen, wie viel davon mit meinem Gesicht und dem ProFit Interface tatsächlich bei meinen Augen ankommt: 101 Grad horizontal, 93 Grad vertikal und 81,7 Grad binokulare Überlappung. Damit kann ich das technisch bereitgestellte Sichtfeld bei meinem Gesicht fast vollständig ausnutzen. Für ein derart kleines Micro-OLED-Headset mit Pancake-Linsen halte ich diese Werte für ordentlich. Auch im normalen VR-Einsatz empfinde ich das Sichtfeld nicht als störend klein.

Dream_air_se_wimfov

Die Bildqualität gehört für mich ohnehin zu den stärksten Argumenten für die Dream Air SE. Micro-OLED liefert hervorragende Schwarzwerte, starke Kontraste und sehr kräftige Farben. Gerade dunkle und kontrastreiche Spiele profitieren davon enorm. In Elite Dangerous oder im Microsoft Flight Simulator kommt das besonders gut zur Geltung. Cockpitinstrumente und Beschriftungen lassen sich gut erkennen und das gesamte Bild besitzt eine Brillanz, die viele LCD-Headsets nicht erreichen. Störendes Mura ist mir während meiner Tests nicht aufgefallen. Auch relevante Farbverschiebungen zu den Rändern hin konnte ich nicht feststellen.

Dream Air SE - Micro-Oled - MSFS
Dream Air SE - Micro-Oled - Elite Dangerous

Ganz ohne Schwächen ist die Optik trotzdem nicht. Am äußersten Rand nehme ich eine leichte Verdunklung wahr, wenn ich gezielt darauf achte. Hinzu kommen Reflexionen beziehungsweise Glare, die vor allem in dunklen Szenen mit einzelnen hellen Elementen sichtbar werden können. Helle Objekte erscheinen dann teilweise leicht versetzt und abgeschwächt noch einmal im Bild. Bei 2560 × 2560 Pixeln pro Auge ist außerdem noch keine vollständige Pixelfreiheit erreicht. Wer genau hinschaut, kann einzelne Pixel erkennen. Gegenüber sehr hoch auflösenden PCVR-Headsets fehlt entsprechend etwas Detailauflösung.

Motion Blur und Warping

Deutlich stärker gestört hat mich das Motion Blur. Bei Kopfbewegungen verliert das Bild sichtbar an Schärfe. Das Verhalten konnte ich weder durch eine andere Helligkeitseinstellung noch durch den Wechsel zwischen 72 und 90 Hertz beseitigen. Im eigentlichen Spielbetrieb habe ich mich daran gewöhnt und nach einiger Zeit kaum noch bewusst darauf geachtet. Nutzer, die empfindlich auf Bewegungsunschärfe reagieren, sollten diesen Punkt aber ernst nehmen.

Pimax ist das Thema bekannt. Nach Aussage des Herstellers lässt sich das Verhalten teilweise über die Software beziehungsweise die Ansteuerung der OLED-Panels beeinflussen. Dabei muss unter anderem zwischen Helligkeit und Bewegungsdarstellung abgewogen werden. Ich kann an dieser Stelle allerdings nur den Zustand beurteilen, den ich während meines Tests erlebt habe.

Neben dem Motion Blur ist mir bei Kopfbewegungen ein leichtes geometrisches Warping aufgefallen. Das Zentrum des Bildes bleibt stabil, während zu den Rändern hin eine leichte Wölbung beziehungsweise Verzerrung sichtbar wird. Dieses Verhalten sehe ich sowohl bei der Dream Air SE als auch bei der Dream Air. Bei meiner Pimax Crystal Super mit asphärischen Glaslinsen tritt dieser Effekt im direkten Vergleich nicht auf.

Pancake-Linsen benötigen eine umfangreiche softwareseitige Korrektur ihrer geometrischen Verzerrungen. Dass andere Headsets mit Pancake-Linsen dieses Problem für meine Augen weniger sichtbar zeigen, macht allerdings deutlich, dass hier noch Optimierungspotenzial besteht. Für mich wäre das Warping kein Ausschlusskriterium. Trotzdem würde ich mir wünschen, dass Pimax das Distortion-Profil weiter verbessert.

Dream Air  Half-Life Alyx
Flatout_Dream_Air_se

Eye Strain: Ein kleiner Offset mit großer Wirkung

Eines der schwierigsten Themen während meines Tests war Eye Strain. Zu Beginn musste ich meine Augen spürbar anstrengen, um die Bilder beider Augen zusammenzuführen. Nach dem Absetzen des Headsets brauchten meine Augen kurz, um sich wieder an normales Sehen anzupassen. Änderungen des IPD und ein geringerer Abstand zu den Linsen lösten das Problem bei mir nicht.

Der entscheidende Hinweis kam schließlich aus der Reddit-Community: Ich sollte mit den individuellen Eye-Offsets in Pimax Play experimentieren. Dabei stellte ich fest, dass das Bild für mein linkes und rechtes Auge vertikal minimal gegeneinander versetzt erschien. Eine Veränderung des vertikalen Offsets eines Auges um lediglich 0,1 hatte bei mir eine überraschend große Wirkung. Der Eye Strain wurde massiv reduziert. Auch nach dem Absetzen des Headsets konnten sich meine Augen wesentlich schneller wieder an normales Sehen anpassen.

Warum diese Korrektur in meinem Fall notwendig war, kann ich nicht abschließend beantworten. Ob die Ursache in meiner individuellen Anatomie, der Ausrichtung meiner Augen zu den Linsen oder der Kalibrierung meines Testgeräts lag, lässt sich mit einem einzelnen Headset nicht feststellen. Solltet ihr bei einer Dream Air SE ähnliche Probleme feststellen, würde ich deshalb nicht ausschließlich mit dem IPD experimentieren. Die individuellen Eye-Offsets in Pimax Play sind ebenfalls einen Blick wert.

Ein kleiner Tipp, wie ihr schnell feststellen könnt, ob ihr über die Offseteinstellunge in Pimax Play Änderungen vornehmen solltet. Begebt euch zum Beispiel in die SteamVR Home-Umgebung und fixiert einen festen Punkt an der virtuellen Wand, vielleicht mit einer wenig Abstand dazu. Schließt abwechseln das linke und das rechte Auge und beobachtet wie sich die Perspektive verändert. Eine gewisse Veschiebung auf horizontaler Eben ist normal, denn das macht die leicht unterschiedliche Perspektive eurer beiden Augen aus. Wenn sich allerdings auf der vertikalen Achse rechtes und linkes Auge unteschiedlich verhalten, so solltet ihr ganz kleinschrittig mit dem vertikalen Offset in Pimax Play experimentieren. Ihr werde eine Verbesserung unmittelbar bemerken.


SLAM-Tracking: Gut für Simulatoren und Casual Gaming

Ich habe die Dream Air SE in der Inside-Out-Version getestet, die Pimax als SLAM-Version bezeichnet. Vier Kameras am Headset erfassen die Umgebung und bestimmen daraus die Position des Headsets. Gleichzeitig werden darüber die Controller verfolgt. Die Kameras ermöglichen außerdem eine einfache Schwarz-Weiß-Passthrough-Ansicht.

Beim Tracking sollte zwischen Head- und Controllertracking unterschieden werden. Das Headtracking funktioniert bei mir gut. Gerade für Simracer und Flugsimulator-Nutzer ist das wichtig: Wer keine Controller benötigt, bekommt ein Headset, das ohne externe Lighthouse-Basisstationen meine Kopfbewegungen zuverlässig erfasst.

Das Controllertracking ist anspruchsvoller. Nach meinen ersten Tests war ich skeptisch, im weiteren Verlauf hat sich mein Eindruck allerdings verbessert. Normales Spielen funktioniert problemlos und selbst beim Zielen in Shootern konnte ich überraschend präzise arbeiten. Das Niveau einer Meta Quest 3 erreicht das System für mich trotzdem nicht.

Seine Grenzen zeigt es vor allem bei schnellen und großen Controllerbewegungen. In Beat Saber auf höheren Schwierigkeitsstufen konnte ich provozieren, dass die Controller ihre Position verlieren. Anschließend benötigt das System für meinen Geschmack zu lange, um die tatsächliche Position wieder korrekt zu erfassen. Für Simulatoren, normales Gaming und gelegentliche Shooter halte ich das SLAM-Tracking deshalb für absolut brauchbar. Wer dagegen Beat Saber auf hohem Niveau oder andere Anwendungen mit extrem schnellen Controllerbewegungen spielt, sollte sich eher die Lighthouse-Version ansehen.

Ein Wort an dieser Stelle noch über die wiederaufladbaren Controller der Dream Air SE. Die mitgelieferten Ring-Controller kamen bereits bei der Crysta Super, wie auch bei der Crystal light sowie bei der OG Crystal zum Einsatz. Sie wirken etwas klapprig, nicht hochwertig verarbeitet und tatsächlich mit dem Ring auch etwas aus der Zeit gefallen. Aber sie funktionieren bei mir seit der ersten Pimax Crystal zuverlässig, tatsächlich seit Jahren. Pimax hatte eigentlich ringlose Controller angekündigt, die bis heute aber nicht erschienen sind.

Dream Air SE - Contractors Showdown - SLAM Test
Dream Air SE - Beats Saber - SLAM Test

Pimax Play: Viele Möglichkeiten, aber ein bekanntes Problem

Pimax Play hat sich über die vergangenen Jahre erheblich weiterentwickelt und bietet inzwischen sehr viele Einstellmöglichkeiten. Dazu gehören unter anderem die motorisierte IPD-Verstellung, Eye Tracking, Dynamic Foveated Rendering, individuelle Eye-Offsets und verschiedene Runtime-Optionen. Einige erweiterte Funktionen werden allerdings erst sichtbar, wenn der Expertenmodus aktiviert wird.

Die Dream Air SE kann mit 72 oder 90 Hertz betrieben werden. Der 90-Hertz-Modus wird per Overdrive realisiert und arbeitet mit einer reduzierten Renderauflösung, die anschließend hochskaliert wird. Dadurch verliert das Bild sichtbar an Schärfe. Ich habe das Headset deshalb überwiegend mit 72 Hertz verwendet. Über das integrierte Eye Tracking lässt sich außerdem Dynamic Foveated Rendering verwenden. Dabei wird die Renderauflösung abhängig von der Blickrichtung angepasst. Gerade in sehr anspruchsvollen Anwendungen wie dem Microsoft Flight Simulator kann das die Grafikkarte erheblich entlasten. Auch Motion Compensation für bewegliche Sim-Rigs ist vorhanden.

Trotz der inzwischen umfangreichen Software gibt es ein Problem, das mich bei Pimax seit Jahren begleitet: Spielbereich und Bodenhöhe werden bei mir nicht zuverlässig dauerhaft gespeichert. Teilweise reicht es bereits, das Headset abzusetzen, und anschließend muss ich die Bodenhöhe erneut einstellen. In anderen Situationen ist ein zuvor eingerichteter Spielbereich verschwunden.

Das ist kein spezielles Problem meines Dream-Air-SE-Tests. Ich kenne dieses Verhalten von mehreren Pimax-Headsets über einen Zeitraum von Jahren. Pimax arbeitet nach eigener Aussage an einer Verbesserung des Room Setups. Für meine Bewertung zählt allerdings der aktuelle Zustand – und der funktioniert bei mir weiterhin nicht zuverlässig.

Für wen eignet sich die Pimax Dream Air SE?

Besonders interessant ist die Dream Air SE für PCVR-Nutzer, die ein kleines und extrem leichtes Headset mit Micro-OLED suchen. Für Simracer und Flugsimulator-Fans ist das Konzept besonders spannend. Das Headtracking der SLAM-Version funktioniert bei mir gut, Eye Tracking ermöglicht Dynamic Foveated Rendering und die hervorragenden Schwarzwerte der OLED-Panels kommen gerade in Cockpits sehr gut zur Geltung.

Auch als Einstieg in höherwertiges PCVR kann die Dream Air SE interessant sein. Wer beispielsweise von einer Meta Quest 3 kommt, bekommt bei Schwarzwert, Kontrast und Farbdarstellung einen deutlichen Sprung. Die niedrigere Auflösung gegenüber der Dream Air kann außerdem für Nutzer interessant sein, die nicht die absolut schnellste Grafikkarte besitzen.

Weniger empfehlen würde ich das Headset derzeit Nutzern, die sehr empfindlich auf Motion Blur reagieren. Bei der SLAM-Version kommt es zusätzlich darauf an, welche Spiele ihr bevorzugt. Für normales Gaming ist das Tracking brauchbar. Für schnelle, kompetitive Anwendungen würde ich dagegen Lighthouse bevorzugen.

Die Dream Air SE zeigt dabei sehr gut eine grundsätzliche Eigenschaft des Pimax-Ökosystems. Man bekommt ausgesprochen viele Möglichkeiten, das Headset an die eigenen Anforderungen anzupassen. Diese Freiheit bedeutet aber auch zusätzliche Komplexität. Wer ein Headset sucht, das einfach ausgepackt und aufgesetzt wird und anschließend möglichst nie wieder konfiguriert werden muss, sollte sich darüber im Klaren sein.

Bei mir war beispielsweise erst das ProFit Facial Interface notwendig, um das mögliche Sichtfeld fast vollständig nutzen zu können. Beim Eye Strain wiederum machte eine winzige individuelle Offset-Korrektur einen erheblichen Unterschied. Wer bereit ist, sich mit solchen Einstellungen auseinanderzusetzen, kann viel aus der Dream Air SE herausholen.

Fazit: Eine starke Grundlage, die noch nicht überall fertig wirkt

Hat Pimax das Versprechen eines kleinen, extrem leichten und vergleichsweise bezahlbaren Micro-OLED-PCVR-Headsets eingelöst? Für mich grundsätzlich ja.

Die Kombination aus sehr geringem Gewicht, kompaktem Gehäuse, Micro-OLED, Eye Tracking, ordentlichem Sichtfeld und umfangreichen Konfigurationsmöglichkeiten macht die Dream Air SE zu einem ausgesprochen interessanten PCVR-Headset. Vor allem die Bildqualität überzeugt. Schwarzwerte, Kontrast und Farben gehören zu den großen Stärken des Headsets. Mit dem richtigen Facial Interface ist auch das Sichtfeld für diese Geräteklasse erstaunlich ordentlich.

Gleichzeitig bleibt nach meiner langen Testphase der Eindruck, dass Pimax mit der Markteinführung an einigen Stellen zu schnell war. Das ursprüngliche Facial Interface funktionierte für mein Gesicht schlecht, der aktuelle Headstrap wirkt wie eine Zwischenlösung, Motion Blur ist weiterhin sichtbar und auch bei Software und Distortion-Profil gibt es Verbesserungspotenzial.

Das ist besonders schade, weil die Grundlage ausgesprochen gut ist. Ein Käufer, der ein neues Headset auspackt und direkt auf mehrere solcher Probleme stößt, wartet möglicherweise nicht auf zukünftige Firmware-, Software- oder Hardwareverbesserungen. Im Zweifel geht das Headset zurück.

Wer dagegen bereit ist, etwas Zeit in die individuelle Anpassung zu investieren, bekommt mit der Dream Air SE ein Headset, mit dem man sehr viel Spaß in PCVR haben kann.

Die Pimax Dream Air SE ist für mich deshalb kein perfektes Headset. Aber sie ist eines der interessantesten Beispiele dafür, wohin sich kompakte High-End-PCVR-Headsets entwickeln können – und ein Headset, bei dem Pimax an einigen Stellen nur noch die letzten Meter gehen muss.