Eigentlich stecke ich gerade mitten in der Vorbereitung meines ausführlichen Dream Air Reviews. Dabei bin ich allerdings auf dasselbe Problem gestoßen, das ich bereits in meinem Test der Dream Air SE beschrieben habe: Das Headset ist zwar extrem leicht, mit dem ursprünglichen Facial Interface für mich aber trotzdem nicht besonders bequem. Da Dream Air und Dream Air SE von der Bauform und vom Tragesystem her identisch sind, betrifft das grundsätzlich beide Modelle.
Pimax arbeitet inzwischen an überarbeiteten Lösungen. Das neue Facial Interface für die Dream Air war zum Zeitpunkt meines Tests allerdings nicht verfügbar. Auch für die Dream Air SE gibt es bisher noch kein finales offizielles Upgrade. Deshalb habe ich ausprobiert, wie sich beide Headsets mit dem Zubehör von Studioform Creative verbessern lassen. Dabei ging es mir nicht nur um den Tragekomfort. Ein anderes Facial Interface verändert auch den Abstand zwischen den Augen und den Linsen und kann sich damit auf das tatsächlich sichtbare Field of View auswirken.
Das Studioform X1-P Facial Interface
Als Alternative zum ursprünglichen Interface habe ich das X1-P Facial Interface von Studioform verwendet. Es ist 3D-gedruckt und besitzt auf der Oberseite eine Aussparung für den USB-C-Anschluss der Dream Air. Bei meiner frühen Creator Unit wird dieser Anschluss noch teilweise durch den Aufkleber mit der Seriennummer verdeckt. Bei den aktuell ausgelieferten Headsets hat Pimax die Seriennummer inzwischen an einer anderen Stelle angebracht.
Für das X1-P stehen unterschiedliche Polster zur Auswahl. Man kann sich zwischen einem seidenähnlichen Stoffmaterial und Kunstleder entscheiden. Welche Variante angenehmer ist, hängt von den persönlichen Vorlieben ab. Kunstleder hat den praktischen Vorteil, dass es sich besonders einfach abwischen lässt.
Du interessierst dich für die Pimax Dream Air oder für passendes Zubehör?
In meiner Pimax Kaufberatung findest du meine Empfehlungen zu den aktuellen Modellen, passendes Zubehör sowie die aktuellen Produktlinks.
Wichtiger als das Material ist für mich jedoch die Wahl der richtigen Polsterstärke. Ich verwende das dickste der mitgelieferten Polster, weil ich mit den dünneren Varianten zu nah an die Linsen komme. Bei Menschen, deren Augen tiefer in den Augenhöhlen liegen, kann dagegen ein deutlich dünneres Polster sinnvoll sein. Genau darin liegt eine Stärke dieser Lösung: Der Abstand zu den Linsen lässt sich wesentlich individueller anpassen als mit dem ursprünglichen Interface.
Studioform legt außerdem einen Spacer bei. Dieser kann vollständig unter dem Polster angebracht werden, um den Abstand zum Headset zu vergrößern. Alternativ lässt er sich entsprechend der beiliegenden Anleitung zuschneiden. Dadurch kann das Interface zusätzlich an ein breiteres oder schmaleres Gesicht angepasst werden.
Während das originale Facial Interface magnetisch befestigt wird, wird das X1-P direkt auf das Headset aufgeklipst. Das funktioniert problemlos und sitzt anschließend wirklich fest. Nur an der Unterseite wird es etwas eng: Einer der Clips liegt sehr nah an den Lautstärketasten. Sie lassen sich weiterhin bedienen, sind aber etwas schlechter zu erreichen. Für mich war das im Alltag kein ernsthaftes Problem.




Zwei unterschiedliche Comfort Straps
Zusätzlich zum Facial Interface habe ich zwei verschiedene Apache Straps von Studioform getestet. Das größere Apache Comfort Strap ist nicht ausschließlich für die Dream Air gedacht, sondern lässt sich beispielsweise auch mit der PlayStation VR2 und weiteren Headsets verwenden. Es besitzt eine breite Auflagefläche und verteilt das Gewicht großflächig auf dem Kopf.
Daneben gibt es das Pimax Dream Air Mini Deluxe Comfort Strap, das speziell für die Dream Air und Dream Air SE entwickelt wurde. Es ist deutlich kleiner, schmaler und insgesamt etwas filigraner. Auch hier kann zwischen Polstern aus Kunstleder und dem seidenähnlichen Stoffmaterial gewählt werden.
Beide Varianten werden größtenteils mit Klett befestigt. Bei der Dream Air müssen dafür leider die seitlichen Pimax-Logos mit den Klettgegenstücken überklebt werden. Optisch ist das nicht ideal, verhindert aber, dass das Strap beim Tragen verrutscht. Da ich selbst ohnehin nicht sehe, was ich auf dem Kopf trage, ist mir die Funktion in diesem Fall wichtiger als die Optik.
Das größere Apache Comfort Strap bietet die breitere Auflagefläche. Persönlich gefällt mir trotzdem die kleinere Mini-Deluxe-Variante besser. Sie passt optisch gut zum kompakten Headset und stabilisiert es, ohne unnötig wuchtig zu wirken. Das Strap wird um den originalen Headstrap gelegt und mit Klett befestigt. Studioform legt außerdem zusätzliche Clips bei, mit denen es noch stärker fixiert werden kann. Bei meinen ersten Versuchen saß es bereits ohne diese Clips stabil, über einen längeren Zeitraum können sie aber sinnvoll sein.
Die fertige Konstruktion erinnert mich ein wenig an das Dual Loop Band der Apple Vision Pro. Das originale Band hält das Headset am Hinterkopf, während das zusätzliche Strap eine zweite Auflagefläche auf dem Oberkopf schafft. Dadurch lässt sich der seitliche Headstrap etwas lockerer tragen, ohne dass die Dream Air ihre Position vor den Augen verliert.


Wie verändert sich das Field of View?
Bei meiner FOV-Messung ist ein interessantes Ergebnis herausgekommen. Mit dem X1-P Facial Interface von Studioform erreiche ich bei der Dream Air 106 Grad horizontal und 88 Grad vertikal. Das ursprünglich mitgelieferte Standard-Interface liegt allerdings nur knapp dahinter. Damit messe ich 104 Grad horizontal und ebenfalls 88 Grad vertikal. Der Unterschied beträgt in meinem Fall also lediglich zwei Grad auf der horizontalen Achse. Beim vertikalen Field of View gibt es überhaupt keinen Unterschied. Das ist deutlich weniger, als ich vor dem Test erwartet hatte.
Zum Vergleich habe ich außerdem noch einmal den ProFit-Prototyp von Pimax ausprobiert, der eigentlich für die Dream Air SE entwickelt wird, sich aber ebenfalls an der normalen Dream Air verwenden lässt. Damit erreiche ich exakt denselben Wert wie mit dem Studioform Interface: 106 Grad horizontal und 88 Grad vertikal. Auch beim Komfort liegen das ProFit und das X1-P für mich sehr nah beieinander.
Ich habe außerdem noch die gleichen Tests mit der Dream Air SE gemacht und komme hier auf die Ergebnisse, die ich tatsächlich erwartet habe. ProFit und X1-P schneiden im horizontalen und vertikalen FOV gleich ab, ich komme auf 100 Grad horizontales und 88 Grad vertikales FOV. Das mitgelieferte Facial Interface schneidet hier mit weit unter 90 Grad FOV deutlich schlechter ab.
Die konkreten Werte sind immer von der individuellen Gesichtsform, der Tiefe der Augen und der verwendeten Polsterstärke abhängig. Wer mit einem dünneren Polster näher an die Linsen kommt, kann deshalb zu einem anderen Ergebnis gelangen. Bei mir ist das dickste Polster notwendig, damit meine Augen nicht bereits die Linsen berühren. Bei der Dream Air SE musste ich mit dem X1-P Interface von Studioform allerdings ein dünneres Polster nehmen, um das volle FOV erhalten zu können.
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Mein Fazit zum Studioform Zubehör
Mit dem X1-P Facial Interface und dem Mini Deluxe Comfort Strap ist die Dream Air für mich wirklich bequem. Das ohnehin sehr leichte Headset verteilt sein Gewicht noch besser auf dem Kopf, sitzt fest und kompakt und verrutscht auch bei schnelleren Kopfbewegungen kaum. Natürlich entsteht bei der Dream Air nicht dieselbe starke Hebelwirkung wie bei einer deutlich schwereren Pimax Crystal Super. Trotzdem macht das zusätzliche Strap beim Tragekomfort einen klar spürbaren Unterschied.
Der Gewinn beim Field of View mit der Dream Air fällt mit zwei Grad horizontal dagegen kleiner aus als erwartet. Der entscheidende Vorteil des Studioform Zubehörs liegt für mich deshalb hierbei nicht in einem wesentlich größeren Sichtfeld, sondern im besseren Komfort und in den individuellen Anpassungsmöglichkeiten. Unterschiedliche Polsterstärken, zwei Materialien und der zuschneidbare Spacer machen es leichter, den passenden Abstand zu den Linsen und einen guten Sitz für die eigene Gesichtsform zu finden. Bei der Dream Air SE bekomme ich mit dem X1-P Interface von Studioform auf jeden Fall ein deutliches FOV-Upgrade.
Was mir jetzt noch fehlt, ist eine alternative Lösung für den hinteren Teil des Headstraps. Pimax arbeitet bereits an einer neuen Variante, die auch eine DMAS-Audiolösung erhalten soll. Ich kann mir außerdem gut vorstellen, dass künftig weitere Dritthersteller eigene Lösungen für die Dream Air entwickeln werden. Das X1-P Facial Interface und das zusätzliche Comfort Strap sind für mich aber schon jetzt ein großer Schritt nach vorne und funktionieren gleichermaßen mit der Pimax Dream Air und der Dream Air SE.


